Leflunomid


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Warum verordnet Ihr Arzt Leflunomid ?

Leflunomid (Arava ®) gehört zu der Gruppe der sogenannten Basistherapeutika oder krankheitsmodifizierenden antirheumatischen Medikamente (disease modifying antirheumatic drugs = DMARD). Viele mit Gelenkentzündungen einhergehende rheumatische Erkrankungen können auch heute nicht ursächlich behandelt werden. Man kann aber (zusätzlich zu einer Schmerztherapie) sehr wohl durch Medikamente den zugrundeliegenden Entzündungsprozeß wirksam bekämpfen. Dadurch werden nicht nur die Symptome der Erkrankung wie Gelenkschwellung und -schmerz bekämpft, sondern auf Dauer auch bleibenden Schäden entgegengewirkt und somit der Verlauf der Erkrankung günstig beeinflusst.

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Wie wirkt Leflunomid ?

Leflunomid greift in den Stoffwechsel von Zellen des Immunsystems (Lymphozyten) ein und bekämpft die durch diese Zellen vermittelten rheumatischen Entzündungen. Diese rheumatischen Entzündungen sind nicht nur Ursache von Gelenkschwellung und -schmerz, sie führen unbehandelt mittelbar auch zu zunehmenden Bewegungseinschränkungen und auch zur Zerstörung von Gelenken. Für Leflunomid ist belegt, dass es diesen Folgen rheumatischer Entzündungen entgegenwirkt.

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Wie wird die Therapie durchgeführt

Leflunomid wird in Tablettenform eingenommen. Üblicherweise wird das Medikament zunächst über drei Tage in einer höheren Dosis von 100 mg verordnet, damit es rasch in ausreichender Menge im Körper vorhanden ist. Anschließend wird das Medikament in einer Dosierung von 20 mg täglich (eine Tablette pro Tag) eingenommen. Im Einzelfall kann - insbesondere wenn Nebenwirkungen befürchtet werden - von diesem Schema abgewichen werden, z.B. indem auf die anfängliche Gabe von 100 mg über drei Tage verzichtet wird oder statt 20 mg-Tabletten 10 mg-Tabletten verordnet werden.

Typisch für Basistherapeutika wie Leflunomid ist, dass Sie ihre Wirkung erst mit einer zeitlichen Verzögerung entfalten. Man kann also nicht gleich nach der ersten Gabe des Medikamentes eine sofortige Besserung erwarten. Mit dem Wirkungseintritt ist vielmehr erst nach 4-6 Wochen zu rechnen. Wenn nach 4-6 Monaten Therapie keine Besserung eintritt, sollte die Behandlung überprüft werden.

Falls dies nötig ist, kann man die Zeit bis zum Wirkungseintritt des Medikamentes durch die Einnahme von Cortison überbrücken. Cortison wirkt ebenfalls entzündungshemmend, seine Wirkung setzt praktisch sofort ein. Wegen möglicher Nebenwirkungen von Cortison (z.B. Osteoporose, Gewichtszunahme) ist man dabei allerdings bemüht, die Dauer der Cortisontherapie sowie die Dosierung so kurz wie möglich zu halten.

Wenn unter der Behandlung eine Besserung der rheumatischen Entzündung (z.B. Rückgang von Gelenkschmerz und -schwellung) erreicht wurde, dann muss die Behandlung zunächst einmal fortgeführt werden. Ein Absetzen führt sonst leicht zu einem erneuten Krankheitsschub. Manchmal ist eine Fortführung der Therapie über Jahre notwendig.

Die Therapie mit Leflunomid soll in ihrer Wirkung und wegen möglicher Nebenwirkungen regelmäßig durch den Arzt, möglichst auch durch einen Rheumatologen überwacht werden. Kann die Behandlung wegen Nebenwirkungen (z.B. Übelkeit) nicht fortgeführt werden oder erweist sie sich als nicht ausreichend, dann muss unter Umständen auf ein anderes entzündungshemmendes Medikament (Basismedikament) umgestellt werden.

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Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen ?

Der Beipackzettel des Medikamentes listet zahlreiche mögliche Nebenwirkungen auf. Für den Betroffenen ist es wichtig, dabei zwischen häufigen und seltenen sowie zwischen schwerwiegenden und harmloseren Nebenwirkungen zu unterscheiden. Um die Orientierung zu erleichtern, enthält die folgende Aufstellung nur die wichtigsten Nebenwirkungen. Ein Anspruch auf Vollständigkeit wird dabei nicht erhoben.

Organ Häufige Nebenwirkungen Seltene Nebenwirkungen
Haut/Schleimhaut Hautausschlag (Ekzem), verstärkter Haarausfall, Juckreiz Nesselsucht; sehr selten lebensbedrohlicher Hautausschlag mit ausgedehnter Blasenbildung (Stevens-Johnson-Syndrom)
Verdauungstrakt Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Mundulzera (Mundfäule), erhöhte Leberwerte Schwere Leberfunktionsstörung
Blut Verringerung der Zahl von weißen Blutkörperchen(Leukopenie). Verringerung der Zahl roter Blutkörperchen (Anämie).Abnahme der Zahl der Blutplättchen (Thrombopenie) und dadurch vermehrte Blutungsneigung. Weitere Blutbildveränderungen.
Nervensystem Kopfschmerzen, Schwindel, Schwächegefühl
Herz/Kreislauf Blutdruckanstieg (Hypertonie)
Bewegungsapparat Sehnenscheidenentzündung Sehnenriss
Sonstiges Gewichtsverlust Allergische Reaktionen

Kontraindikationen

Verschiedene Gründe können gegen eine Therapie mit Leflunomid sprechen (Kontraindikationen), z.B. Allergie gegen Leflunomid, Schwangerschaft oder aktueller Kinderwunsch, unzureichende Empfängnisverhütung, eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion, schwere Fälle von Infektionen. Die Entscheidung darüber trifft der behandelnde Arzt.

Wechselwirkungen

Die Wirkung von Leflunomid kann durch andere Medikamente abgeschwächt oder verstärkt sein. Vor der Verordnung von Leflunomid sollte deshalb bekannt sein, welche Medikamente sonst eingenommen werden.

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Worauf soll man besonders achten ?

Infektanfälligkeit

Unter der Behandlung mit Leflunomid kann es zu einer Schwächung des Immunsystems kommen. Diese macht sich normalerweise nicht bemerkbar. Bei schwereren Infektionen sollte die Behandlung aber unterbrochen werden. Über einen Therapieabbruch entscheidet der Arzt.

Bluthochdruck

Eine mögliche Nebenwirkung von Leflunomid ist ein Anstieg des Blutdrucks. Dieser Blutdruckanstieg macht sich häufig nicht durch entsprechende Beschwerden bemerkbar. Man sollte deshalb regelmäßig den Blutdruck kontrollieren. Unter Umständen muss beim Auftreten hoher Blutdruckwerte eine medikamentöse Therapie begonnen oder bei vorher bekanntem Bluthochdruck eine solche Behandlung geändert werden. Natürlich ist immer auch zu prüfen, ob man die Behandlung mit Leflunomid beenden muss.

Veränderungen von Blutbild, Leber- und Nierenwerten

Störungen der Blutbildung durch Leflunomid, eine Schädigung der Leber oder eine Nierenfunktionsstörung machen sich für die Betroffenen meist erst bemerkbar, wenn Sie sehr ausgeprägt sind. So kann eine Verminderung der Blutplättchen (Thrombopenie) zu einer vermehrten Blutungsneigung (z.B. häufiges Auftreten blauer Flecken, verzögerte Blutgerinnung) führen, ein Blutmangel (Anämie) zu Müdigkeit führen oder eine Mangel weißer Blutkörperchen Ursache von Fieber sein. Man untersucht unter der Therapie mit Leflunomid deshalb regelmäßig die entsprechenden Blutwerte (Blutbild, Leberwerte, Nierenwerte). So können Störungen dieser Organe in der Regel bereits sehr früh erfasst werden, bevor sie zu Krankheitssymptomen führen. Insbesondere kann man dadurch bleibenden Schäden vorbeugen.

Verhalten bei Nebenwirkungen

Falls Sie unter der Behandlung mit Leflunomid Nebenwirkungen verspüren oder solche vermuten, sollten Sie Ihren Arzt darüber informieren. Dieser entscheidet über mögliche Gegenmaßnahmen und auch darüber, ob man die Behandlung mit Leflunomid fortsetzt. Leflunomid verbleibt auch nach Absetzen des Medikamentes lange im Körper (deutlich über 6 Monate). Falls Nebenwirkungen es erforderlich machen, kann man die Ausscheidung aus dem Körper aber durch die Gabe entgiftender Medikamente (Cholestyramin oder Aktivkohle) deutlich beschleunigen. Nach ca. 2 Wochen einer solchen Behandlung sind auch Reste des Medikamentes im Körper weitgehend entfernt.

Empfängnis und Schwangerschaft

Leflunomid kann zu kindlichen Missbildungen oder Fehlgeburten führen. Daher sollte eine sichere Methode der Empfängnisverhütung gewählt werden. Aufgrund der langen Verweildauer des Medikamentes auch nach Absetzen muss vor einer geplanter Schwangerschaft die Leflunomid-Therapie 2 Jahre beendet sein oder ein sogenanntes Eliminationsverfahren (s.u.) durchgeführt werden. Auch Männer sollten unter der Behandlung mit Leflunomid keine Kinder zeugen.

Kommt es unter Leflunomid-Therapie der Frau zu einer Schwangerschaft, dann muss die Therapie sofort abgebrochen werden und ein sogenanntes Eliminationsverfahren durchgeführt werden.

Eliminationsverfahren: Gabe von Colestyramin (3 x 8g /Tag über 11 Tage) oder Aktivkohle (4 x 50 g/Tag über 11 Tage). Nach Beendigung des Auswaschverfahrens und noch einmal nach 14 Tagen muß der Serumspiegel des aktiven Metaboliten von Leflunomid (A771726) bestimmt werden (Der Test wird von der Herstellerfirma kostenlos durchgeführt, bitte Kontaktaufnahme mit Herrn Dr. Prechtel Tel. 069 / 305-84109). Liegen beide Werte unter 0,02 mg/l, empfiehlt es sich nochmals 3 Monate zu warten, um ein Risiko für den Fetus auszuschliessen.

Sonstiges

Eine Impfung mit sogenannten Lebendimpfstoffen sollte während der Therapie mit Azathioprin nicht erfolgen. Alkohol sollte vermieden werden.

Wenn Sie unter der Behandlung mit Leflunomid neue Beschwerden verspüren und sich nicht sicher sind, ob dies Nebenwirkungen der Therapie sind, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt.

Nach Absetzen von Leflunomid kann ein Krankheitsschub auftreten.

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Welche Kontrolluntersuchungen sind nötig ?

Um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und möglichen Schäden vorzubeugen, wird unter der Behandlung mit Leflunomid zu regelmäßigen Kontrollen geraten.

Von der AG Regionale Rheumazentren in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie wurden folgende Empfehlungen gegeben:

Überwachungsprogramm während der Therapie:

In den ersten 6 Monaten im Abstand von 2 Wochen, danach alle 4 - 8 Wochen. Bei Grenzwerten sind engmaschigere Kontrollen erforderlich.In den ersten 2 Monaten alle 8 - 14 Tage, danach alle 4 Wochen


Befragung und körperliche Untersuchung: Blutdruck, Hautveränderungen, Beschwerden des Verdauungstraktes, Gewichtsabnahme
Laborbestimmungen: Blutbild einschl. Thrombozyten und Diff.-Blutbild GOT, GPT, Gamma-GT, alk. Phosphatase, GPT Kreatinin

Die aktuellen Empfehlungen können unter http://www.rheumanet.org heruntergeladen werden. Diese Empfehlungen sind nicht bindend. Im Einzelfall können insbesondere die genannten Untersuchungsintervalle davon abweichen.

Bitte beachten Sie:
Die Erkenntnisse der Medizin unterliegen einem ständigen Wandel durch Forschung und klinische Erfahrung. Bei der Erstellung dieser Information wurde große Sorgfalt darauf verwendet, dass die gemachten Aussagen dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Sie können eine Aufklärung durch den Arzt aber nicht ersetzen, ebenso wenig sind sie als Ersatz für die Medikamenten beiliegende Informationen (Beipackzettel) gedacht.

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