Antimalariamittel
(Chloroquin und Hydroxychloroquin)


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Ball.gif - .327 K Wie wirken Antimalaria-Mittel ?
Ball.gif - .327 K Wie werden Antimalaria-Mittel eingenommen ?
Ball.gif - .327 K Wie kontrolliert man den Behandlungserfolg ?
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Warum verordnet ihr Arzt ein Antimalariamittel ?

Die in der Rheumatologie eingesetzten Basismedikamente Chloroquin (z.B. Resorchin®)und Hydroxychloroquin (z.B. Quensyl®) gehören zur Gruppe der gegen Malaria eingesetzten Pharmaka. Bereits 1894 wurde aber auch über ihren erfolgreichen Einsatz in der Rheumatologie berichtet.

Beide Medikamente werden zur Behandlung rheumatischer Entzündungen bei Polyarthritis, aber auch bei anderer rheumatischen Erkrankungen wie Lupus erythematodes und Sjögren-Syndrom benutzt. Wie andere Basistherapeutika auch, haben sie einen hemmenden Einfluss auf die bei diesen Erkrankungen vorliegenden entzündlichen Prozesse mit den Folgen schmerzhafter Gelenkschwellungen und Bewegungseinschränkungen. Beim Lupus erythematodes ist darüber hinaus auch ein günstiger Effekt auf andere Symptome dieser Erkrankung wie Hautveränderungen und Allgemeinbeschwerden (z.B.Müdigkeit) belegt.

Chloroquin und Hydroxychloroquin gelten als relativ schwach wirksame Basismedikamente. Man wendet sie daher meist nur bei milden Verlaufsformen der Polyarthritis. Daneben werden sie zur Wirkungsverstärkung auch mit anderen Basismedikamenten kombiniert (z.B. mit Methotrexat).

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Wie wirken Antimalaria-Mittel ?

Zum genauen Wirkungsmechanismus gibt es verschiedene Erklärungsansätze,ohne dass der genauer Ablauf der Wirkung bisher eindeutig geklärt werden konnte. Sicher ist aber, dass diese Medikamente zu einer Unterdrückung rheumatischer Entzündungen und ihrer Folgen wie Gelenkschmerz- und schwellung führen.

Chloroquin und Hydroxychloroquin wirken oft erst nach mehreren Monaten, ein Maximum der Wirkung lässt sich dann erst nach 6 – 12 Monaten beobachten. Kommt es unter der Therapie zu einer Besserung, dann sollte sie fortgeführt werden. Nach Absetzen der Medikamente ist sonst ein erneuter Krankheitsschub zu befürchten.

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Wie werden Antimalaria-Mittel eingenommen ?

Anti-Malaria-Mittel werden in Tablettenform eingenommen. Die Dosierung richtet sich nach dem Körpergewicht. Die Therapie erfolgt als Langzeit-Therapie, d.h. über Monate, manchmal auch über Jahre. Die Notwendigkeit und Wirksamkeit der Therapie sollte dabei immer wieder auch durch einen rheumatologisch erfahrenen Arzt überprüft und die Behandlung dementsprechend angepasst werden (z.B. Änderung der Dosis, Umstieg auf anderer Medikamente oder Kombination mit anderen Medikamenten).

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Wie kontrolliert man den Behandlungserfolg ?

Der Behandlungserfolg äußert sich in einem Rückgang der Zahl schmerzhafter und geschwollener Gelenke, insgesamt auch in einem Rückgang der Gelenkschwellungen und auch der Morgensteifigkeit von Gelenken.

Falls dieser Erfolg nach spätestens 6 - 12 Monaten nicht eintritt, muss durch den Arzt geprüft werden, ob eine andere Behandlung erforderlich ist.

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Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen ?

Die folgende Tabelle gibt eine Aufstellung möglicher Nebenwirkungen, ohne dass der Anspruch auf Vollständigkeit erhoben wird (vgl. auch den Beipackzettel der Medikamente).

Organ Häufige Nebenwirkungen Seltene Nebenwirkungen
Haut/Schleimhaut
Hautausschlag (vor allem nach Sonnenbestrahlung)
Pruritus (Hautjucken)
Verschlechterung einer Psoriasis
Verdauungstrakt Übelkeit
Appetitlosigkeit
Durchfall
Leberschaden (Anstieg von Leberwerten)
Blut
Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie, sehr selten) mit der Gefahr von Blutungen
Gefährliche Störungen der Blutbildung allgemein (Agranulozytose o. Panzytopenie, sehr selten)
Herz/Kreislauf
Herzschwäche (Kardiomyopathie)
Nervensystem
Kopfschmerzen, Schwindel, Gefühlsstörungen (Parästhesien),
Provokation von Krampfanfällen (sehr selten)
Sehorgan
Unscharfes Sehen (rückbildungsfähig)
Einlagerungen in die Hornhaut (rückbildungsfähig), Lichtempfindlichkeit
Störung des Farbsehens
Nicht rückbildungsfähiger Netzhautschaden (Retinopathie, sehr selten)

Die unverwünschten Wirkungen von Antimalariamitteln sind meist von vorübergehender Natur und nicht schwerwiegend.

Eine Ausnahme ist die sogenannte Retinopathie, eine Schädigung der Netzhaut, die - wenn sie nicht frühzeitig erkannt wird - zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Sehfähigkeit führen kann. Trotz des seltenen Auftretens dieser Nebenwirkung empfiehlt man daher unter der Behandlung mit Antimalaria-Mitteln regelmäßige augenärztliche Kontrollen, damit man eine solche Erkrankung bereits im Anfang erkennen und dann die Therapie mit Chloroquin oder Hydroxychloroquin rechtzeitig, d.h. vor Auftreten relevanter Sehstörungen, beenden kann.

Auch beim Auftreten von Nebenwirkungen sollten sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt beenden. Auch sonst sollten Sie bei Fragen oder Unklarheiten ihren Arzt kontaktieren. Eine Aufzählung möglicher Nebenwirkungen kann bei allem Bemühen um Vollständigkeit weder ihre individuelle Situation ausreichend beschreiben, noch die persönliche Beratung und Entscheidungsfindung eines Arztes ersetzen.

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Welche Kontrolluntersuchungen sind nötig ?

Die Behandlung mit (Hydroxy-)Chloroquin erfolgt als Langzeitbehandlung. Um die Gefahr von Nebenwirkungen einer solchen über längere Zeit laufenden Therapie zu minimieren, werden daher regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen.

Durch die AG Regionaler Rheumazentren in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie wurden folgende Empfehlungen gegeben:

Überwachungsprogramm während der Therapie:

In den ersten vier Monaten alle 14 Tage, danach alle 2 Monate.


Befragung und körperliche Untersuchung: Sehstörungen, insbesondere Farbsehstörungen, Gesichtsfeldausfälle, Flimmern, Hautausschläge (Exantheme); Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Muskelschwäche; Beschwerden der Verdauungsorgane
Laborbestimmungen: Blutbild einschl. Thrombozyten und Diff.-BB, bei Bedarf CK
Augenärztliche Untersuchung: möglichst vor Beginn der Behandlung und dann alle 6 Monate, bei Dosierungen >4mg Chloroquin/kg oder >6,5 mg Hydroxychloroquin/kg Körpergewicht alle 4 Monate. Die augenärztliche Untersuchung sollte eine Spiegelung des Augenhintergrundes beinhalten.

Die aktuellen Empfehlungen können unter http://www.rheumanet.org heruntergeladen werden. Diese Empfehlungen sind nicht bindend. Im Einzelfall können insbesondere die genannten Untersuchungsintervalle davon abweichen.

Bitte beachten Sie:
Die Erkenntnisse der Medizin unterliegen einem ständigen Wandel durch Forschung und klinische Erfahrung. Bei der Erstellung dieser Information wurde große Sorgfalt darauf verwendet, dass die gemachten Aussagen dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Sie können eine Aufklärung durch den Arzt aber nicht ersetzen, ebenso wenig sind sie als Ersatz für die Medikamenten beiliegende Informationen (Beipackzettel) gedacht.

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