Was ist Rheuma?


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Ein Wort und viele Krankheiten
Ball.gif - .327 K Orientierung -
Häufige Arten rheumatischer Krankheiten
Ball.gif - .327 K Ursachenforschung -
Woher kommen rheumatische Krankheiten
Ball.gif - .327 K Familienplanung -
Ist Rheuma erblich?
Ball.gif - .327 K Individuell -
Der Verlauf rheumatischer Krankheiten
Ball.gif - .327 K Die Zukunft -
Heilung oder Behinderung?

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'Rheuma' -
Ein Wort und viele Krankheiten

Das Wort 'Rheuma' kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt soviel wie "fließender Schmerz". Die meisten Menschen denken an die Diagnose 'Rheuma', wenn Krankheiten mit Schmerzen am Bewegungsapparat verbunden sind. Daneben wird der Begriff 'Rheuma' im engeren Sinne gerne auch für den entzündlichen Gelenkrheumatismus, die sog. chronische Polyarthritis benutzt.

Tatsächlich werden unter der Bezeichnung Rheuma zahlreiche unterschiedliche Erkrankungen geführt. Hauptsymptom dieser Erkrankungen sind meistens Schmerzen und/oder Entzündungen an Gelenken oder Weichteilen (Muskeln, Sehnen, Nerven). Daneben können gelegentlich aber auch andere Organe betroffen sein, z.B. die Haut oder innere Organe.

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Orientierung -
Häufige rheumatische Krankheiten

Bei vielen Menschen kommt es im Laufe des Lebens zur Verschleißerscheinungen besonders belasteter Gelenke wie der Kniegelenke oder der Hüftgelenke. Diese Art von Gelenkverschleiß (Arthrose) ist recht häufig. Neben vermehrter Belastung der betroffenen Gelenke spielt für die Entstehung einer Arthrose wahrscheinlich auch die individuelle Belastbarkeit einzelner Gelenke eine Rolle. Deshalb bekommen manche Menschen bereits bei geringer oder normaler Belastung eine Arthrose, während andere trotz schwerer körperlicher Arbeit nie unter einem nennenswerten Gelenkverschleiß leiden. Verschleißerscheinungen sind oft auch für mit zunehmendem Alter gehäuft auftretenden Wirbelsäulenbeschwerden mitverantwortlich.

Ebenso häufig wie Gelenkschmerzen durch Arthrosen sind weichteilrheumatische Schmerzen. Fast jeder kennt diese in Form von Muskelverspannungen, welche z.B. zu Schmerzen im Bereich von Schultern und Nacken führen. Für diese Schmerzen sind oft eine schlechte Haltung oder unzureichende körperliche Bewegung verantwortlich. Eine weitere recht häufige Form weichteilrheumatischer Erkrankungen sind Schmerzen, die von den Sehnen ausgehen. Typisch dafür sind ziehende Schmerzen im Verlauf von Sehnen, die bei Belastung zunehmen. Diese Art von Weichteilrheuma entsteht meist durch eine Überlastung (Beispiele: "Tennisellenbogen", Sehnenscheidenentzündung). Manchmal können diese Beschwerden auch Begleiterscheinung anderer rheumatischer Erkrankungen wie z.B. der chronischen Polyarthritis sein. Eine besondere Form von Weichteilrheuma ist die "Fibromyalgie". Bei dieser Krankheit treten aus bisher ungeklärter Ursache am ganzen Körper weichteilrheumatische Beschwerden auf, die sowohl von den Muskeln als auch von Sehnen ausgehen können. Im typischen Fall lassen sich bei der Fibromyalgie weder eine ursächliche Überlastung des Bewegungsapparates noch andere krankhafte körperliche Veränderungen nachweisen.

Während bei der Arthrose die Gelenkschmerzen durch Verschleiß der Gelenke bedingt sind, kommt es beim entzündlichen Gelenkrheuma, der Polyarthritis, durch eine Entzündung zur schmerzhaften Schwellung erkrankter Gelenke. Typisch ist auch eine Einschränkung der Beweglichkeit durch eine zeitweise ausgeprägte Gelenksteife, welche insbesonders in den Morgenstunden verstärkt ist. Wird ein entzündliches Gelenkrheuma nicht ausreichend behandelt, dann drohen durch die Gelenkentzündung auf Dauer bleibende Gelenkschäden mit entsprechenden Funktionseinschränkungen betroffener Gelenke. Bis auf wenige seltene Ausnahmen kennt man für das Auftreten einer Polyarthritis keine faßbare Ursache. Man kann diese Erkrankung deshalb nicht ursächlich behandeln (heilen). Deshalb nennt man die Erkrankung auch chronisch (d.h. lang anhaltend). Allerdings ist es mit den heutigen Mitteln sehr wohl möglich, das Fortschreiten der Erkrankung und insbesondere drohende Gelenkschäden effektiv aufzuhalten.

Zu den rheumatischen Erkrankungen wird auch noch eine weitere Gruppe seltener entzündlicher Krankheiten gezählt, die man Kollagenosen (= "entzündliches Bindegewebsrheuma") nennt. Typisch für diese Krankheiten ist, dass Entzündungen nicht nur an den Gelenken, sondern auch an der Haut und an inneren Organen auftreten können (Lunge, Herz, Nieren u.a.). In diese Gruppe gehören Krankheiten wie Lupus erythematodes, Sklerodermie, Dermatomyositis, Polymyositis, Sjörgren-Syndrom und Sharp-Syndrom (Mischkollagenose). Eine Beteiligung innerer Organe wird häufig auch bei einer weiteren sehr seltenen Gruppe von Krankheiten gesehen, den sogenannten Vaskulitiden (Vaskulitis = Gefäßentzündung). Hier kommt es zu einer rheumatischen Entzündung von Gefäßen innerer Organe, welche dadurch Funktionseinbußen erleiden. Eine bekannte rheumatisches Vaskulitis ist z.B. die Wegener-Granulomatose, die im typischen Fall zu krankhaften Erscheinungen an Lunge und Nieren führt.

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Ursachenforschung -
Woher kommen rheumatische Krankheiten

Während man bei den Arthrosen und vielen weichteilrheumatischen Beschwerden als Ursache eine Über- oder Fehlbelastung des Bewegungsapparates annimmt, kann man für die große Mehrzahl entzündlich rheumatischer Erkrankungen keine bestimmte Ursache benennen. Hiervon gibt es nur seltene Ausnahmen. So kann eine Gelenkentzündung manchmal als Begleiterscheinung oder Folge einer Infektion auftreten. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Lyme-Arthritis (Borreliose), bei der durch Zecken übertragene Bakterien (Borrellien)eine Gelenkentzündung auslösen. In einem solchen Fall hat man natürlich gute Chancen, dass durch die Behandlung des Infektes mit Antibiotika auch die Gelenkentzündung verschwindet. Ebenso lässt sich eine bei einer Gicht auftretende Gelenkentzündung dadurch behandeln, dass man durch Diät oder Medikamente die ursächliche Harnsäure-Erhöhung im Blut rückgängig macht.

Im typischen Fall wird man aber für eine Polyarthritis oder andere entzündliche Rheuma-Erkrankung keine faßbare Ursache finden, die zu bekämpfen wäre. Man weiss aber, dass es bei diesen Erkrankungen häufig zu einer Störung des Immunsystems kommt, die dazu führt, dass sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe richtet und dort zu einer Entzündung führt (sog. "Auto-Immun-Krankheit"). Auch wenn dies immer wieder vermutet wird, so konnte bisher kein ursächlicher Zusammenhang zwischen den meisten entzündlichen Rheuma-Krankheiten und Faktoren wie seelische Verfassung, Stress, Kälte und Feuchtigkeit, falsche Ernährung oder andere Umweltfaktoren nachgewiesen werden. In der Tat ist das Auftreten einer rheumatischen Erkrankung wie der Polyarthritis für die meisten Menschen ein schicksalhafter Vorgang, den sie nicht verhindern konnten.

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Familienplanung -
Ist Rheuma erblich

Man beobachtet tatsächlich immer wieder einmal, dass eine bestimmte rheumatische Krankheit wie die chronische Polyarthritis in bestimmten Familien gehäuft vorkommen. Offensichtlich besteht bei diesen Menschen ein höheres (vererbtes?) Risiko für das Auftreten einer rheumatischen Krankheit. Ähnliche Zusammenhänge beobachtet man im übrigen auch bei vielen anderen Krankheiten wie z.B. Bluthochdruck oder Zuckerkrankheit. Trotz dieser beobachteten Zusammenhänge werden rheumatische Krankheiten nicht im Sinne von Erbkrankheiten vererbt. Auch wer aus einer solchen Familie kommt, muss daher nicht unbedingt an Rheuma erkranken. Entsprechend können auch solche Menschen eine rheumatische Krankheit erleiden, in deren Familie eine solche Erkrankung noch nie aufgetreten ist.

Rheuma ist also keine Erbkrankheit im üblichen Sinne. Man muss deswegen prinzipiell auch nicht auf einen möglichen Kinderwunsch verzichten.

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Individuell -
Der Verlauf rheumatischer Krankheiten

Ebenso unterschiedlich wie die individuelle Ausprägung einer rheumatischen Krankheit, die von ganz leicht bis schwer reichen kann, ist auch ihr Verlauf.

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Die Zukunft -
Heilung oder Behinderung?

Viele rheumatische Krankheiten sind ursächlich nicht zu heilen. Deshalb haben sie oft den Zusatz "chronisch" erhalten (z.B. Chronische Polyarthritis). Aus diesem Grunde fürchten viele Betroffene nicht nur bleibende Schäden, sondern eine zunehmende Behinderung bis hin zu der Notwendigkeit eines Rollstuhls.

Auch wenn eine Heilung oft nicht möglich ist, kann man heutzutage die Symptome einer rheumatischen Erkrankung durch eine systematische Behandlung in den meisten Fällen effektiv bekämpfen und Schäden vorbeugen. Diese Behandlungsmöglichkeiten werden zudem immer weiter verfeinert und verbessert. Schwerwiegende Folgen wie schwere Behinderung, Gehunfähigkeit oder Bettlägerigkeit sind daher inzwischen nur noch in Ausnahmefällen zu befürchten. Die meisten Menschen mit rheumatischen Krankheiten können vielmehr ihr gewohntes Leben beibehalten.

Bitte beachten Sie:
Die Erkenntnisse der Medizin unterliegen einem ständigen Wandel durch Forschung und klinische Erfahrung. Bei der Erstellung dieser Information wurde große Sorgfalt darauf verwendet, dass die gemachten Aussagen dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Sie sollen das Verständnis für rheumatische Erkrankungen erleichtern, können eine Aufklärung durch den Arzt aber nicht ersetzen.

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