Der Arztbesuch


Ball.gif - .327 K Das Wichtigste zuerst -
Die Befragung durch den Arzt
Ball.gif - .327 K Durch nichts zu ersetzen -
Die körperliche Untersuchung
Ball.gif - .327 K Blut und Urin -
Die Laboruntersuchungen
Ball.gif - .327 K Rheuma im Bild -
Röntgen, Ultraschall und Szintigrafie

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Das Wichtigste zuerst -
Die Befragung durch den Arzt

Viele Patienten und auch mancher Arzt neigen zu der Meinung, dass es für die Diagnose Rheuma reicht, etwas Blut abzunehmen und den Rheuma-Faktor zu bestimmen. Dabei ist das typische Kennzeichen der meisten rheumatischen Krankheiten, nämlich der Schmerz weder im Blut noch durch Röntgen oder andere technische Verfahren feststellbar oder zu messen. Tatsächlich ist es so, dass häufig nur die typischen Beschwerden zu der Diagnose oder dem Verdacht "Rheuma" führen. Alle weitergehenden Untersuchungen dienen nur dazu, diesen Verdacht zu bestätigen bzw. die Art der vermuteten rheumatischen Erkrankung genauer festzulegen.

Häufige Fragen sind z.B.:

Natürlich sind dies nur Beispiele. Im Einzelfall kann ein solches Gespräch natürlich ganz anders ablaufen.

Man kann als Betroffener durch eine gute Beobachtung der eigenen Beschwerden sehr viel zu einer richtigen Diagnose beitragen. Hilfreich ist es oft auch, wenn man zum Arztbesuch alte Krankenberichte, Untersuchungsergebnisse und Röntgenbilder mitbringt. Die Kenntnis der gesamten Krankengeschichte hilft oft bei der Diagnosefindung weiter. Man sollte allerdings nicht anhand der genannten Fragen eine Selbst-Diagnose stellen. Ausbildung und Erfahrung eines Arztes lassen sich so sicher nicht ersetzen.

Bei Kontrolluntersuchungen bei einer bekannten rheumatischen Krankheit geht es oft eher um mögliche Nebenwirkungen der Therapie oder um neu aufgetretene Krankheitsbeschwerden.

Als Betroffener ist man geneigt, Labor- und Röntgenbefunden mehr Wert beizumessen als den eigenen Beschwerden. Das Fehlen "typischer" Befunde bedeutet aber nicht, dass man unter eingebildeten Beschwerden neigt. Manche rheumatische Krankheiten sind vielmehr sogar dadurch charakterisiert, dass man bei Labor- und Röntgenuntersuchungen keine krankhaften Befunde erheben kann, z.B. Fibromyalgie. Darüberhinaus gibt es immer wieder auch rheumatische Krankheiten, die im Anfangsstadium sind oder nur gering ausgeprägt und deshalb noch nicht zu "typischen" Befunden führen.

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Durch nichts zu ersetzen -
Die körperliche Untersuchung

Ebenso wie die Befragung nach Beschwerden (Anamnese) kann auch die körperliche Untersuchung nicht durch Labor und Röntgen ersetzt werden. Zur körperlichen Untersuchung gehören unter anderem:

Wird eine rheumatische Erkrankung bereits z.B. mit Medikamenten behandelt, dann dient die körperliche Untersuchung nicht nur der Prüfung, ob eine Besserung eingetreten ist (z.B. Abnahme von Gelenkschwellungen) sondern auch dem Nachweis möglicher Medikamentennebenwirkungen (z.B. Hautausschlag).

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Blut und Urin -
Die Laboruntersuchungen

Die Diagnose einer rheumatischen Erkrankung gründet sich in den meisten Fällen nicht auf eine einzige Untersuchung, z.B. Blutuntersuchung oder Röntgen. Vielmehr gleicht die Diagnosefindung oft einem Puzzle aus verschiedenen Bausteinen. Einer dieser Bausteine ist die Untersuchung von Blut und Urin.

Laboruntersuchungen werden bei rheumatischen Krankheiten mit unterschiedlichen Fragestellungen veranlasst.

Diese Aufstellung ist sicher unvollständig. Man sollte im Zweifelsfall immer den behandelnden Arzt fragen, weil nur er in der Lage ist, die Bedeutung veränderter Blutwerte und mögliche Konsequenzen zu beurteilen.

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Rheuma im Bild -
Röntgen, Ultraschall und Szintigrafie

Röntgenuntersuchungen werden bei rheumatischen Erkrankungen meist eingesetzt, um knöcherne Veränderungen an Gelenken oder der Wirbelsäule nachzuweisen. Solche Veränderungen treten insbesondere bei entzündlichen Gelenkerkrankungen erst nach einer längeren Krankheitsdauer auf. Daher kann es durchaus sein, dass man bei einer rheumatischen Gelenkentzündung im Röntgenbild keine krankhaften Veränderungen nachweisen kann. Sind solche Veränderungen vorhanden, dann zeigt dies, dass die Gelenkentzündung droht, die Gelenke zu zerstören. Man wird gerade in diesen Fällen eine besonders konsequente Behandlung der Arthritis durchführen. Im Verlauf der Erkrankung werden von Zeit zu Zeit weitere Röntgenuntersuchungen veranlasst, um zu erkennen ob neue Gelenkschäden aufgetreten sind oder ob diese durch die Behandlung verhindert wurden.

Röntgenuntersuchungen dienen daneben dem Nachweis von Verschleißerkrankungen der Gelenke und der Wirbelsäule. Darüber hinaus geben sie Hinweise auf andere Erkrankungen des Knochens (z.B. Osteoporose), die ebenfalls zu Schmerzen am Bewegungsapparat führen können.

Die Computertomografie ist ein Röntgenverfahren, dass es ermöglicht Schnittbilder des Körpers zu gewinnen. Sie ermöglicht so eine Vorstellung von der dreidimensionalen Struktur nicht nur der Knochen, sondern auch innerer Organe wie z.B. Gehirn, Leber oder Lunge. Durch Computertomografie kann man z.B. sehr genau die Bandscheiben in ihrer Beziehung zur Wirbelsäule darstellen und so einen Bandscheibenvorfall direkt nachweisen.

Ähnliche Darstellungen wie mit der Computertomografie (CT) gelingen mittels Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie = MRT). Im Gegensatz zur CT-Untersuchung werden hier keine Röntgenstrahlen, sondern Magnetfelder zur Untersuchung eingesetzt. Ob man eine Computertomografie oder ein MRT durchführt, richtet sich nach der Frage, mit der man diese Untersuchungen verbindet. Während man z.B. mittels CT sehr genau den Wirbelknochen darstellt, gelingt mittels MRT besonders gut die Darstellung des Rückenmarks und der die Wirbelsäule umgebenden Weichteile.

Ultraschall wird bei der Untersuchung rheumatischer Krankheiten vor allem zum Nachweis von Gelenkentzündungen und Gelenkergüssen eingesetzt. Gut darstellen lassen sich auch die das Gelenk umgebenden Muskeln und Sehnen. Deshalb kann man mit Ultraschall z.B. auch eine Sehnenscheidenentzündung feststellen. Ein Vorteil der Ultraschalluntersuchung ist, dass sie weit verbreitet und leicht verfügbar ist.

Bei der Gelenkszintigrafie oder Knochenszintigrafie werden schwach radioaktive Stoffe in eine Vene gespritzt. Diese haben die Eigenart, für kurze Zeit in die Knochen zu wandern. Dabei werden sie bevorzugt von solchen Knochenabschnitten aufgenommen, in denen krankhafte Prozesse wie z.B. Entzündungen oder Tumore vorliegen. Fertigt man nach dem Einspritzen der schwach radioaktiven Stoffe (sogenannte Radionuklide) mit Hilfe einer strahlenempfindlichen Kamera ein Bild des untersuchten Menschen an, dann stellt sich auf der Aufnahme ein Abbild des Skeletts ähnlich einem Schattenriß dar. Krankhafte Knochen- oder Gelenkprozesse führen auf diesem Bild zu umschriebenen Aufhellungen oder (je nach Aufnahmetechnik) dunklen oder farbigen Flecken. Die Gelenkszintigrafie gibt damit einen ersten Hinweis auf das Vorliegen solcher krankhaften Prozesse (z.B. Gelenkentzündung). Diese müssen unter Umständen dann durch gezielte Röntgenaufnahmen weiter abgeklärt werden. Die Gelenkszintigrafie wird in der Rheumatologie üblicherweise angewandt, wenn keine sicheren Gelenkschwellungen vorliegen, man aber trotzdem eine Gelenkentzündung vermutet und diese nachweisen will. Sie wird auch zum Nachweis von Knochenentzündungen oder bei der Suche nach bösartigen Knochenerkrankungen (Metastasen) verwendet. Da nur schwach radioaktive Stoffe verwendet werden und diese nur kurz im Körper verbleiben, unterscheidet sich die Strahlenbelastung einer Gelenkszintigrafie übrigens nur unwesentlich von der eines normalen Röntgenbildes.

Die Entscheidung, welche Untersuchung zur Abklärung einer rheumatischen Erkrankung erforderlich und sinnvoll ist, trifft der Arzt aufgrund der Beschwerdeschilderung des Patienten, der körperlichen Untersuchung und der übrigen Untersuchungsergebnisse. Wie andere Untersuchungen auch, sind bildgebende diagnostische Verfahren nur ein Baustein der Diagnose "Rheuma", die erst aufgrund einer Zusammenschau aller Untersuchungsbefunde gestellt werden kann.

Bitte beachten Sie:
Die Erkenntnisse der Medizin unterliegen einem ständigen Wandel durch Forschung und klinische Erfahrung. Bei der Erstellung dieser Information wurde große Sorgfalt darauf verwendet, dass die gemachten Aussagen dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Sie sollen das Verständnis für rheumatische Erkrankungen erleichtern, können eine Aufklärung durch den Arzt aber nicht ersetzen.

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